Archaische Symbole und Objekte aus allen Kulturen, die bis in unsere Zeit hinein Wirkung haben und faszinieren sind ein wichtiger Bestandteil der Arbeit von Sonja Keppler. Die Arbeiten von der Künstlerin zeigen Wesenheiten, aber auch immer abstrakter werdende Formen, bei denen nie klar werden soll, was sie sind oder bedeuten. Die durch Intuition geschaffene Objekte kommen früheren, urtümlichen Gestaltungsweisen nahe, ahmen sie jedoch nicht nach. Es entstehen völlig neue Objekte. Der Reiz oft ursprünglicher Materialien verbindet sich mit der Form in symbiotscher Weise. Es entstehen Oberflächen, die unterschiedlichste Strukturen besitzen und dem Menschen nahe kommen, die er berühren will.
Zurück zur Natur forderte bereits Rousseau. Der Mensch sehnt sich in die Natur zurück, von der er sich entfremdet hat. Er möchte dem Alltag, dem Stress entfliehen. Er will neues entdecken, weil neues zu entdecken eine Möglichkeit der geistigen Erfrischung ist. Er möchte die Natur um sich haben, auch in seinem Heim. Aus der Natur heraus kommend, hat der Mensch das Bedürfnis, das Animalische zu erleben. Er will große Emotionen. Auch in den Arbeiten von Sonja Keppler wird das „Wesen“ eingefangen. Sie wünscht sich, das unerklärliche Geheimnis der Natur zu ergründen und diese Suche wird sichtbar.
Ursprüngliche Traditionen werden erforscht und ins ‚Heute‘ transferiert. Hierbei experimentiert Sonja Keppler gerne mit unterschiedlichsten Materialien. Beispielsweise Elektroschrott, Papiermaché, Bronze, Keramik, Draht, Plastik und vieles mehr. Sie gestaltet Arbeiten, die Bezug zu antiken Kulturen haben, sie würdigen und ihre Gestaltungsweisen und Traditionen in die heutige Zeit transportieren. Darüber hinaus hat sie Interesse an den unterschiedlichsten anderen Themen, die die Menschen bewegen.

 

Mit Griechenland verbindet Sonja Keppler sehr viel. Die Kultur der Antike, aber auch der Neuzeit fasziniert und lässt staunen. Die Philosophie hat ihre Herkunft in der griechischen Antike, wichtige Denker stammen aus Griechenland. Auf Reisen und in den Museen findet die Bildhauerin Inspirationen für ihre Arbeit. Bei einer Reise ins Erzgebirge beispielsweise verband sich die Tradition der Räuchermännchen und das Ritual des Räucherns mit den Erfahrungen der Künstlerin über Antike Formensprachen. So ist die Idee „Rauchskulpturen“ zu gestalten, entstanden.

 

Foto Tim J. Uhlemann

 

In den jüngsten Arbeiten der Bildhauerin geht es um Zerfall und Vergänglichkeit. Aufbrechende, rissige Strukturen, inspiriert von dem japanischen Wabi Sabi sind oft auf den Oberflächen der Plastiken zu sehen. Plastiken, die neu erschaffen wurden, jedoch aussehen, als seien sie verwittert, alt und zerstört. Sie sind oft Symbol für den Menschen in seiner Vergänglichkeit, für den unaufhaltsamen Lauf der Dinge und auch der Trauer darüber. Der Bildhauer Abraham David Christian, bei dem Sonja Keppler lange Zeit studiert hat, hat sie durch seine Erzählungen von Japan wesentlich zu den Arbeiten inspiriert.